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Buchbesprechhung in Info3 1/09, Januar 2009 - www.info3.de

 

Elementarwesen wahrnehmen und retten

Dass sich das Klima wandelt und das Ökosystem unserer Erde in Not ist, bringt immer mehr Menschen zum Umdenken. Einige gehen dabei weiter und sehen die Notwendigkeit, sich mit der Welt subtiler Energien zu verbinden. Im Verein mit "Elementarwesen" soll es um "Erdwandlung" gehen. Unser Autor stellt aktuelle Erfahrungsberichte zu diesem Thema vor.

 

Von Walter Siegfried Hahn

Zwei Bücher über Elementarwesen und über Erdwandlung berühren in zweifacher Weise: sie sprechen aus dem individuellen Erleben der Autoren heraus und sie sprechen zugleich den Leser direkt an. Erlebnis Erdwandlung wurde herausgegeben von dem Winterbacher Architekten Hans-Joachim Aderhold und dem Demokratie-Aktivisten und Meditationslehrer Thomas Mayer. Es enthält Beiträge von insgesamt 42 Autoren, die ihre ganz eigenen Erlebnisse und ihren Zugang zum Thema "Erdwandlung" schildern. Es wird diesem nicht gerecht, wenn ich sage, dass sich diese Beiträge mitreißender als jeder Roman lesen. In den Worten der Elementarwesen, die Autor Thomas Mayer weitergibt, konsumieren nämlich die meisten Menschen dieses Thema nur. "Doch kaum einer entwickele wirklich den Willen und die Liebe, die nötig sind, um in eine bewusste Verbindung mit der Elementarwelt zu treten. Die Naturelementarwesen seien aber darauf angewiesen, von den Menschen beachtet zu werden", so Mayer. Und im Tagebuch seiner Erlebnisse im Oberengadin von 2004 schreibt er: "Von unserem Denken, von unseren Empfindungen und von unserem Willen hängt die Erdentwicklung ab. Wenn wir uns zur Erdwandlung entschließen - wirklich und mit ganzem Herzen, dann kann diese stattfinden." Beide Werke wollen also nicht nur gelesen werden, sondern kommen mit Anspruch und Aufforderung daher.

Erlebnis Erdwandlung thematisiert die seit der Jahrtausendwende vor allem in der Geomantie beobachteten tiefgreifenden Veränderungen in den übersinnlichen Ebenen der Erde und des menschlichen Bewusstseins. Im ersten Teil legen die zumeist in der Geomantie geschulten Autorinnen und Autoren wie in Zeugenaussagen ihre Erlebnisse anhand konkreter landschaftlicher Phänomene dar. Es geht zum Beispiel um neue "Landschaftsorgane", neue Ätherkräfte, neue Elementarwesen und Veränderungen in der Engelwelt. Die Berichte sind, gelinde gesagt, bewegend. Für wen die Schilderung übersinnlicher Erlebnisse ohnehin die Sache von Menschen ist, die nicht ganz bei Sinnen sind, ist es dabei vielleicht immerhin interessant zu erfahren, dass diese Zeugnisse aus der Feder von Menschen mit durchaus bodenständigen Grundberufen stammen, darunter eine Ministerialrätin im schwedischen Außenministerium, eine Diplom-Kauffrau, eine Ingenieurin für Landschaftsplanung, Architekten, Lehrer, Bauingenieure und Landwirte.
Schon der erste Beitrag von Hans-Joachim Aderhold reißt einen sofort mitten ins Geschehen, als hätte man mit dem Beginn der Lektüre den Schritt auf ein auf einem wilden Fluss dahinschießendes Floß getan: nun wechseln bizarre Felswände mit herrlichen Einsichten, Wahrnehmungen mit Erkenntnissen und konkreten Rettungs- und Heilungstaten ab. Am Beispiel der Arbeit in Gruppen findet Aderhold Worte, die auch als Motto für das ganze Buch stehen können: "Charakteristisch für dieses Erüben in Gruppen ist das Erlebnis der vollkommenen Individualität jedes einzelnen Menschen und das völlige Auf-sich-gestellt-Sein im übersinnlichen Wahrnehmen. Andererseits potenziert sich durch das Zusammenklingen der Gruppe die Kraft. An die Stelle nur geglaubter Objektivität tritt bewusst erlebte Subjektivität und die tätige Erkenntnis der Gleichwertigkeit aller Menschen. Durch den Austausch untereinander entsteht ein Ganzes."
Ergänzen möchte ich diese Aussage durch ein Motiv, das die oben erwähnte berufliche Zusammensetzung der Gruppe noch in ein anderes Licht stellt. Dieses Motiv tritt schon im Text von Aderhold auf und zeigt sich in individueller Form in fast allen anderen Beiträgen des Buches: ein von Herzen getragenes, intensives und lange währendes bürgerschaftliches Engagement. Bei Aderhold ist dies, teils schon vor, teils während seiner geomantischen Arbeiten ein Eintreten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Mutlangen, das in einem Schweigekreis aufgeht. Der traf sich ganze zwanzig Jahre lang wöchentlich am Winterbacher Rathaus - mit einer einzigen Unterbrechung. Bei anderen ist es jahrzehntelange Tätigkeit für die Wiederbelebung von Fließgewässern, bei wieder anderen sind es sozialkünstlerische Projekte oder die Arbeit für die Direkte Demokratie.

Anthroposophie und Geomantie
Umso deutlicher wird dadurch, dass es sich bei der Erdwandlung zugleich um Menschenwandlung handelt, dass das eine mit dem anderen verknüpft ist, ja, dass das eine ohne das andere unmöglich ist. Das Buch lebt von den ganz konkreten Schilderungen der entsprechenden inneren Erlebnisse und der Projekte in Stadt und Land. Die Bernerin Regula Berger beschreibt die Heilarbeit für den Schlossberg Thun, die Heilungsarbeit im Konzentrationslager Dachau, die Aktionen anlässlich der Zwölf Heiligen Nächte in den zwölf Kirchen des Thuner Sees oder die Jahreszeitenfeste für die Elementarwelt. Ann-Katrin Eriksdotter beschreibt ihre seelische Entwicklung insbesondere nach dem Ausfall ihrer linken Gehirnhälfte. Ihre Beobachtungen in der Natur in Folge der Erdwandlung sind bemerkenswert. Nicht nur die Luft hat sich demnach verändert, auch den Duft von Blüten erlebt sie intensiver, Farben sind kräftiger geworden. Und auch die Tiere sind anders geworden und dem Menschen näer gekommen. Rehe und Hasen grasen ungeniert in den Grünflächen um die Mietshäuser von Stockholm. Sogar mit Enten, Fischen und Insekten ist für sie leichter in Kontakt zu kommen.
Der zweite Teil gibt einen tieferen Blick in die Hintergründe der Erdwandlung inklusive einer Einordnung der Geomantie in die geschichtliche Entwicklung und andere philosphische und weltanschauliche Bestrebungen. Die beiden Herausgeber und andere zeigen dabei vor allem die Verbindung von Anthroposophie und Geomantie sowie die konkreten Wirkungen geistiger Wesen und Verstorbener. So wird Friedrich Nietzsche, der wesentliche seiner Werke im schweizerischen Sils Maria schrieb, als verbunden mit der dortigen Landschaft beschrieben. Über die geliebte Halbinsel Chaste im Silsersee arbeitet die Nietzsche-Individualität an der Spiritualisierung der Erde. Und im letzten Kapitel stellt wiederum Hans-Joachim Aderhold die Impulse Bertholds I. und Kaspar Hausers dar, wie er sie mit einer Gruppe von Geomanten auf der Limburg entdeckte, dem Hausberg von Weilheim an der Teck: zugleich ein Hinweis auf die noch unerledigte Aufgabe Mitteleuropas, die damit in Verbindung steht. Zugrundeliegende Wahrnehmungsmethoden finden sich über das ganze Buch verstreut. Im Anhang gibt es dann noch recht gestrafft einiges an Schulungsmaterialien.

Tagebuch der Elementarwelt
Eine weitere neue Veröffentlichung von Thomas Mayer ist Rettet die Elementarwesen! Dieses Buch schildert in ganz persönlicher Erzählweise und teils tagebuchartig Erlebnisse mit der Elementarwelt. Unter anderem erhält der Autor dabei den Auftrag, eben dieses Buch zu schreiben und damit auf die Situation der Elementarwesen und auf Schritte zu ihrer Rettung hinzuweisen. Es ist leicht verständlich und flüssig geschrieben und ermöglicht ein echtes Miterleben. Mit seinem weitgehenden Verzicht auf Fachausdrücke und esoterische Sprache erfüllt es seinen Zweck, einen einfachen Zugang zu schaffen für die, die Verbindung suchen.
Nachdem uns die elementare Welt bis vor kurzem hauptsächlich aus Märchen und Mythen und auch aus dem Wirken Rudolf Steiners bekannt waren, öffnet sich in jüngster Zeit ein großes Fenster dahin, sei es in den Werken von Tanis Helliwell, den umfangreichen Gesprächen Verena Stael von Holsteins in den Flensburger Heften oder in den immer häufigeren Erlebnissen vieler anderer Menschen. Mayer stellt die verschiedenen Wesen anhand eigener Erlebnisse vor, ob es dabei um Zwerge, Riesen, Nixen oder Feen geht oder die neuartigen Christus-Elementarwesen. Dabei wird immer klarer: Die Elementarwesen haben eine sehnsüchtige Erwartung an uns Menschen und ihre zukünftige Existenz ist von unserer Aufmerksamkeit abhängig. Sie wahrnehmen heißt sie zu retten.
Den Gedankengängen Mayers zu folgen ist umso leichter, als sich in seine Aura offensichtlich auch ein kleiner Schalk eingenistet hat. Zum Beispiel heißt es in der Darstellung über Imagination, Inspiration und Intuition als Instrumente der Geistesforschung lakonisch: "Das inspirative Gespräch mit Elementarwesen verläuft meistens nonverbal. Diese können kein Deutsch oder Englisch." Oder: "Da Elementarwesen keine räumlichen Wesen sind, sehen sie auch nicht so aus. Sie sehen überhaupt nicht aus." Oder: "Man sieht also, dass die Elementarwelt streng hierarchisch gegliedert ist. Fast wie eine Bürokratie - nur, dass die Elementarwesen alle hoch motiviert sind."
Thomas Mayer hat viele amüsante und spannende Geschichten zu erzählen. Dazu zählt  auch das Darstellen der eigenen Methoden, das Misslingen und Gelingen der geistigen Arbeit. Ganz nebenbei stellt er Grundübungen für den Leser vor und macht aufmerksam auf Hemmnisse, die noch vor den Grundübungen kommen: "Wir Menschen verstehen die Elementarwesen oft nicht, weil unsere Vorstellungen und Gefühle von der stofflichen Welt geprägt sind. Eine erste Empfindung für die verschiedene Weltsicht von Mensch und Elementarwesen kann entstehen, wenn man sich in Fische, Vögel oder Regenwürmer hineindenkt".


Praktische Tips
Äußerst praktische Tips für den Alltagskontakt mit der elementaren Welt runden das Buch ab. Wie verbindet man sich etwa mit einem Ort? Wie prägt man ihn? Wie steht es mit dem Begrüßen der Wesen? Wer hat schon einmal auch bei den Mahlzeiten an sie gedacht? Verfolgt man solche Dinge aufmerksam, fallen leicht Unterschiede auf. Im Kapitel über Sozial- und Maschinenwesen wurde ich auch an die Lektüre von Pirsigs Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten und entsprechende Erlebnisse erinnert: es ist schon erstaunlich, wie Maschinen manchmal gut funktionieren, die von ihrem Nutzer geliebt werden und wie sie umgekehrt auch nicht funktionieren.

Die Lektüre der beiden besprochenen Bücher empfehle ich. Es handelt sich auf jeden Fall um Entwicklungen, über die man informiert sein sollte. Und im besten Fall wird man zum Mitgestalter. Das ist jedenfalls die Konsequenz aus beiden Werken.

Hans-Joachim Aderhold, Thomas Mayer (Hrsg.): Erlebnis Erdwandlung - Berichte und Texte einer Zeitzeugenschaft, Verlag Ch. Möllmann, 521 Seiten, € 36,-, ISBN 978-3-89979-098-6
Thomas Mayer: Rettet die Elementarwesen!, Verlag Neue Erde, 190 Seiten, € 17,80, ISBN 978-3-89060-517-3

 

Walter Siegfried Hahn: www.waltersiegfriedhahn.de

 

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